Exposé

 

Fluss der Stille – über die Sehnsucht nach Erwachen

Die beiden Hamburger Padma Wolff und Torsten Brügge sind spirituelle Lehrer. Gemeinsam mit etwas mehr als einem Dutzend Teilnehmern aus Deutschland und der Schweiz begeben sie sich zu einem zweiwöchigen Satsang-Retreat nach Rishikesh, Nordindien.

Die Reisegruppe wohnt in einem Vorort der bekannten Pilgerstadt, in einem einfachen Gasthaus über dem Ganges. Der heiligste Fluss der Hindus, die „göttliche Mutter Ganga“, verlässt hier als noch junger, kraftvoll rauschender Gebirgsfluss gerade erst den Himalaya, um in Richtung der nordindischen Tiefebene zu fließen. Viele der Teilnehmer sind zum ersten Mal in Indien. Aber schnell tauchen alle in das Erleben fern des Alltags zuhause ein. Allein, zu zweit oder in der Gruppe erforschen sie die nähere Umgebung. Einmal am Tag trifft sich die Gruppe mit Padma und Torsten zum Satsang.

Die beiden Lehrer haben Ausflüge organisiert, denen sich die meisten der Retreatteilnehmer auch anschließen. Gemeinsam besuchen sie das Abendritual einer der großen Yogaschulen der Stadt. Sie singen Mantren, vollziehen hinduistische Opfer- und Dankesrituale am Fluss oder wandern zu einem nahe gelegenen Kloster. Tagesfahrten führen die Gruppe zu traditionellen Pilgerstätten, Tempeln und Höhlen, in das Himalaya-Vorgebirge und den Ganges hinauf bis zu seinem Ursprung. Die Kamera ist überall dabei. Sie begleitet die Gruppe zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt,  in das Waisenhaus um die Ecke, filmt die Teilnehmer im Hotel, beim Bummeln auf den belebten Straßen, in Kontemplation versunken. Aufnahmen der Treffen im Satsang-Raum geben Einblicke in intime Momente der Selbsterforschung und die Arbeit der Lehrer.

In den Interviews der sensiblen Reportage berichten die Reisenden wie sie die Reise und das Retreat erleben und ob sie bekommen, was sie sich erwartetet haben. Sie berichten von ihrer Sehnsucht nach Erwachen und über ihren Weg dahin. Der Zuschauer erlebt mit, was die einzelnen Teilnehmer bei ihrem Indien-Aufenthalt entdecken und erfährt, ob sie hier etwas ihrem jeweiligen Ziel näher bringt.

„Schüler“ und „Lehrer“ sprechen offen über das, was sie nach Indien und zum Satsang führt. Was ist überhaupt Satsang (in etwa: „Zusammenkunft in Wahrheit“)? Worum geht es dabei, wonach genau wird da gesucht? Warum Indien? Und muss man tatsächlich nach Indien reisen oder zum Satsang gehen, um sich selbst oder sein Glück zu finden? Welche Bedeutung haben Meditationen, Rituale und der Besuch von “heiligen” Orten für sie? Was ist Erwachen? Welche Rolle spielt die Gegenwart eines Lehrers dabei, ist er nötig? Was ist das für eine Stille von der die Lehrer und Teilnehmer berichten? Und wenn es nur um  stilles Hier-sein geht, laufen die Suchenden mit ihrer Reise nach Indien dann nicht nur einer Vorstellung von Glückseligkeit und Frieden hinterher und geraten so in gefährliche Abhängigkeiten?

Die filmische Reportage “Fluss der Stlle” versucht, diese Fragen zu beantworten.

 

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